SWB Netz GmbH bereitet sich auf Netzabschaltung vor

Erneuerbare Energien sollen bald den Hauptanteil der deutschen Energieversorgung bereitstellen. Unser Strom soll klimaverträglicher werden und uns gleichzeitig unabhängiger von knapper werdenden, fossilen Brennstoffen machen. Die Energiewende birgt aber auch Risiken. Erneuerbare Energien bieten heute noch keine so stabile Versorgung wie konventionelle Kraftwerke. Außerdem sind die Transportwege für die erzeugte Energie noch nicht ausreichend ausgebaut. Deswegen kann es dazu kommen, dass in bestimmten Regionen nicht genug Strom zur Verfügung steht. Sollte so ein Fall eintreten, muss der Übertragungsnetzbetreiber (für Bielefeld ist das die TenneT TSO GmbH) sogenannte "systemstabilisierende Maßnahmen" ergreifen. Das kann bedeuten, dass die SWB Netz GmbH verpflichtet wird, Teile von Bielefeld vom Stromnetz abzuschalten. Aktuell bereitet sich die SWB Netz GmbH, gemeinsam mit der Stadt Bielefeld, nach den verbindlichen Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes darauf vor. Aktuell werden die großen Netzanschlussnehmer der SWB Netz GmbH über diesen Sachverhalt informiert, damit sie ihrerseits Vorkehrungen für den Fall der Fälle treffen können.

Netzabschaltung ist letzte von drei Optionen

Wie bereits erwähnt, muss der Übertragungsnetzbetreiber TenneT Schwankungen im überregionalen Netz entgegenwirken. Er muss den Zusammenbruch des gesamten Stromversorgungssystems verhindern. Zur Sicherung der Netzstabilität werden folgende Maßnahmen von TenneT durchgeführt:

    1. Netzschaltungen

    • Wenn in einem Gebiet Deutschlands zu wenig Strom vorhanden ist, wird versucht, Strom über die großen Überlandleitungen aus anderen Bereichen Deutschlands, in denen in diesem Moment ein Stromüberschuss vorhanden ist, in das unterversorgte Gebiet umzuleiten

    2. Konventionelle Kraftwerksreserven

    • Konventionelle Kraftwerke werden aktiviert, um Strom ins Netz einzuspeisen und die Nachfrage zu decken

Erst wenn diese beiden Maßnahmen nicht greifen, kann die SWB Netz GmbH dazu angewiesen werden, in einzelnen Stadtteilen Bielefelds kurzfristig die Stromversorgung abzuschalten. Sie hat diesbezüglich keinen Ermessensspielraum. Die Dauer dieser Unterbrechung soll für die einzelnen Gebiete so gering wie möglich gehalten werden.


Abschaltkaskade für Bielefeld

Welche Teile Bielefelds im Ernstfall von der Stromversorgung getrennt werden ist davon abhängig, wie groß die von der TenneT angeforderte Abschaltleistung ist. Das Umspannwerk, das zu diesem Zeitpunkt am nächsten an diese Leistung heranreicht, wird abgeschaltet. Nach ca. 90 Minuten soll die Versorgung dann wieder aufgenommen werden und der nächste Stadtteil, bzw. der nächste Umspannwerkbezirk ist an der Reihe. Die Abschaltung muss diskriminierungsfrei erfolgen. Das bedeutet, dass alle Stadtteile in gleicher Weise in die Abschaltkaskade einbezogen werden. Der Stadtteil, der als erstes betroffen ist, wird also erst dann wieder abgeschaltet, wenn alle anderen Bezirke einmal an der Reihe waren.

Information erfolgt so schnell wie möglich

Wenn eine solche Netzabschaltung nötig wird, steht zu befürchten, dass der zeitliche Vorlauf sehr kurz sein wird. Deswegen wird es wahrscheinlich nicht möglich sein die Betroffenen im Voraus zu informieren. Die Information über die Abschaltung wird über die Medien, wie zum Beispiel das Radio, verbreitet. Außerdem wird es auf den Internetseiten der SWB Netz und der Stadt Informationen geben. Zudem wird ein Info-Telefon geschaltet. Sollte eine Netzabschaltung erfolgen, arbeitet die SWB Netz GmbH eng mit der Stadt Bielefeld zusammen. Wenn dieser Fall eintritt wird gegebenenfalls auch der Krisenstab der Stadt einberufen, um den Prozess zu begleiten.